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Christian Hostettler | 01.02.2021

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ID2020, Known-Traveller und Kontaktverfolgung durch Google und Apple: US-Konzerne werden zur Weltpassbehörde
vom 29.01.2021
gefunden auf Geld und Mehr

»ID2020« und die Kunst der List

Ähnlich dem »weltweiten Krieg gegen den Terror« des US-Imperiums, in dessen Folge mit dem "Patriot Act" zahlreich Bürgerrechte kassiert und die Rechte der Polizei massiv ausgebaut wurden, erzeugt die Berliner Informationsstrategie (Strategiepapier des BMI, Seite 13ff) mittels systematischer Panikmache eine Atmosphäre der Angst, ganz nach dem (20.) Stragegem, »Das Wasser trüben um Fische zu fangen«.

Hinter der List, Kontrollmaßnahmen als »Freiheit« zu verkaufen, welcher im Gegenteil Freiheit geopfert wird, steckt das (29.) Strategem, »Einen dürren Baum mit künstlichen Blumen schmücken«, hinter jener, deren Einführung an der verängstigten Gesellschaft und dem in Panik geratenem Parlament vorbei forciert einzuführen, das erste und vielleicht wichtigste der zweiundfreißig Strategeme aus der chinesischen Kunst der (Kriegs-)List: »Den Kaiser täuschend das Meer überqueren«. Der Kaiser ist der vermeindliche Souverän. Bezüglich der Forcierung der »ID2020« sind wir diejenigen, welche sich am anderen Ufer wiederfinden werden, ohne Möglichkeit zur Rückkehr: »Die Welt, wie wir sie noch in den ersten Monaten von 2020 kannten, gibt es nicht mehr, sie hat sich aufgelöst« (Klaus Schwab, WEF).

Die »ID2020« und die Pandemie-Politik nach Planspiel-Drehbuch

In der Aliance des Projekts »ID2020« bilden die einst weltgrößte Stiftung des Eugenikers David Rockefeller sowie die „Global Alliance for Vaccines and Immunization“ GAVI sozusagen eine Zweckgemeinschaft. Die GAVI genießt dank einer Initiative des WEF in der Schweiz übrigens Immunität: Sie darf da »gleichsam tun und lassen, was sie will«, weshalb »Bill Gates in der Schweiz nicht verhaftet werden kann«, etwa falls durch die gesundheitspolitische Agenda der vom WEF angestrebten Global Governance Menschen zu Schaden kommen sollten. – Ein Beispiel, wie Absprachen in Davos – abseits der Parlamente – uns doch direkt betreffen.

Böse Zungen behaupten, die Schweden mit ihrem Berater Anders Tegnell hätten ihre Lehren aus dem Schweinegrippe-Skandal gezogen, denn in Schweden ist das traurige Thema bis heute gegenwärtig. Daher, so die Vermutung, hätten die Menschen in Schweden nicht eingestimmt in global orchestrierten Chor der Corona Krieger (Macron: »Nous sommes en guerre«).

Dabei hatte sich das Ensemble unmittelbar kurz vor der Ausrufung der Pandemie durch die WHO über viele Jahre hinweg in Planspielen, zuletzt 2019 im „Event 201“ passend auf ein Corona Virus Szenario eingesungen.

Das »getrübte Wasser« erkennen wir daran, dass es die Probleme vor März 2020 nicht mehr zu geben scheint, ebensowenig wie die übrigen Krankheiten. Die Angst vor dem Terror wurde nach 2001 ebenfalls systematisch geschürt. Zu den Maßnahmen die der "Patriot Act" vorsah im »weltweiten Krieg gegen den Terror« zählt die REALID Act von 2005, von amerikanischen Menschenrechtsorganisationen früh als Angriff auf die Freiheit der amerikanischen Bürger erkannt. Verhindert wurde die REALID nicht, per 1.10.2021 wird sie eingeführt. In großen Lettern läuft der Countdown auf mancher staatlichen Website. Danach sind (zuerst primär) Flugreisen ohne REALID in den USA unmöglich. In schlichter Kinderbuchsprache wird den amerikanischen Bürgern die REALID buchstäblich wie Honig dem Bären ums Maul geschmiert.

Für die Nachrichtendienste brechen damit (alp-)traumhafte Zeiten an: Menschenfreunde wie z.B. Julian Assange daran zu hindern, Unrecht von Potentaten ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, wird so zum Kinderspiel. Mittels der »ID für alles« – die ehem. deutsche Kriegsministerin, von der Leyen: »überall in den Ferien ein Fahrrad mieten!« – gibt es keine Privatsphäre und kein Eigentum mehr, so das Szenario des WEF. Keine Bewegung, Tätigkeit, Telefonverbindung, Mail, Interaktion übers Netz, Finanztransaktionen ohne die totale Kontrolle des Staates bzw. dessen supranationalem Partner Apple oder Google. Alternativen wie etwa Barzahlung soll es es bald auch keine mehr geben, die Abschaffung des 500er Euroscheins zeigt, so der Financier Max Otte, eine klare Richtung.

Böse Zungen unterstellen daher den Initiatoren der »ID2020« böse Absichten, George Orwell lasse grüßen. – Der beschwichtigenden Frage, ob derartige Vergleiche nicht »jenseits von Gut und Böse« seien, verlangt nach der Gegenfrage mit einem Gedankenspiel: »Wer wäre in der Lage, im Digitalen Zeitalter ein totalitäres System einzuführen und wie würde eine solche Machtverschiebung aussehen? Welcher List würden sich die Putschisten bedienen?«. Vielleicht 

»ID2020« und die Kunst der List

Ähnlich dem »weltweiten Krieg gegen den Terror« des US-Imperiums, in dessen Folge mit dem "Patriot Act" zahlreich Bürgerrechte kassiert und die Rechte der Polizei ausgebaut wurden, schafft die systematische Panikmache der Staatspropaganda, eine Atmosphäre der Angst, ganz nach dem XX. Stragegem, »Das Wasser trüben um Fische zu fangen«.

Hinter der List, Kontrollmaßnahmen als »Freiheit« zu verkaufen, welcher im Gegenteil Freiheit geopfert wird, steckt das (29.) Strategem, »Einen dürren Baum mit künstlichen Blumen schmücken«, hinter jener, deren Einführung an der verängstigten Gesellschaft und dem in Panik geratenem Parlament vorbei forciert einzuführen, das erste der zweiundfreißig Strategeme aus der chinesischen Kunst der (Kriegs-)List: »Den Kaiser täuschend das Meer überqueren«. Der Kaiser ist der vermeindliche Souverän. Bezüglich der Forcierung der »ID2020« sind wir der vermeindliche Souverän.

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In der Aliance des Projekts »ID2020« bilden die einst weltgrößte Stiftung des Eugenikers David Rockefeller sowie die „Global Alliance for Vaccines and Immunization“ GAVI sozusagen eine Zweckgemeinschaft. Die GAVI genießt dank einer Initiative des WEF in der Schweiz übrigens Immunität: Sie darf da »gleichsam tun und lassen, was sie will«, weshalb »Bill Gates in der Schweiz nicht verhaftet werden kann«, etwa falls durch die gesundheitspolitische Agenda der vom WEF angestrebten Global Governance Menschen zu Schaden kommen sollten.

Solche Details betreffen uns direkt, denn Impfschäden gigantischen Impfaktion sind entsprechend gravierend. Böse Zungen behaupten, die Schweden mit ihrem Berater Anders Tegnell hätten seine Lehren aus dem Schweinegrippe-Skandal gezogen und reagierten daher auffallend zurückhaltend auf den global orchestrierten Chor der Corona Krieger. Dabei hatte sich dieser unmittelbar kurz vor der Ausrufung der Pandemie durch die WHO nach einer jahrelangen Reihe vorangehender Pandemie-Planspiele im „Event 201“ exakt auf das Corona Virus Szenario eingesungen. In Schweden ist das traurige Thema bis heute gegenwärtig.

Eine der Maßnahme im imperialen »weltweiten Krieg gegen den Terror« („Patriot Act“) ist die REALID Act von 2005, von amerikanischen Menschenrechtsorganisationen als Angriff auf die Freiheit der amerikanischen Bürger scharf kritisiert. Verhindert wurde die REALID nicht, per 1.10.2021 wird sie eingeführt, in großen Lettern läuft der Countdown auf mancher staatlichen Website. Von da an sind Flugreisen ohne REALID in den USA unmöglich. In schlichter Kinderbuchsprache wird den amerikanischen Bürgern die REALID buchstäblich wie Honig dem Bären ums Maul geschmiert.

Für die Nachrichtendienste brechen damit (alp-)traumhafte Zeiten an: Menschenfreunde wie beispielsweise Julian Assange daran zu hindern, Unrecht von Potentaten ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, wird so zum Kinderspiel. Mittels der »ID für alles« – die ehem. deutsche Kriegsministerin, von der Leyen: »überall in den Ferien ein Fahrrad mieten!« – gibt es keine Privatsphäre mehr, wie vom WEF versprochen. Jede Bewegung, Tätigkeit, jede Telefonverbindung, jede E-Mail, jede Interaktion übers Netz, jede Finanztransaktionen unterliegt der Kontrolle des Staates bzw. dessem supranationalen Partner Apple oder Google. Alternativen wie etwa Barzahlung soll es es bald auch keine mehr geben, die Abschaffung des 500er Euroscheins zeigt eine klare Richtung.

Böse Zungen unterstellen daher den Initiatoren der »ID2020« böse Absichten, George Orwell ließe grüßen. – Wie würde das Drehbuch zu einer Machtverschiebung, weg von demokratischen Staaten hin zur totalitären Global Governance, im Digitalen Zeitalter aussehen, wenn nicht so, und woran würden wir erkennen, dass nicht gerade »ein Feuer für den Raub ausgenutzt« wird (5. Strategem).

Ein Blick auf die illustre Runde der Initiatoren der »REALID« bzw. der »ID2020« läßt aufhorchen. Nebst vernetzten Playern der supranationalen Lobbyorganisation »Club of top 1000 Billionaires« (auch bekannt unter dem Namen WEF) findet sich die US-amerikanische Regierungsorganisation »Heimatschutzbehörde«.             

Ihrem Erscheinungsbild nach ließe sich die »Homeland Security« allerdings weniger als Polizeikraft (»Mein Freund und Helfer«) denn als paramilitärische Truppe ("Guys for the rough work") bezeichnen: Auch im Impfkrieg ist sie im Homeland unseres Impfpapstes Bill bereits pressewirksam mit von der Partie.

2012 erhielt die Homeland Security für die folgenden fünf Jahre 450000000 Schuss (ausgeschrieben: nahezu eine halbe Milliarde Schuss) Hochleistungsgeschosse (HST) des Kalibers .40, welche durch die Hohlspitze des Geschosses Barrieren durchdringt und sich ausdehnt, um im Ziel eine optimale Wirkung zu erzielen ("optimum penetration for terminal performance").

Als Militärdienstverweigerer und Waffenlaie erkenne ich da keinen Unterschied zu den völkerrechtlich geächteten Dum-Dum-Geschossen, aber die Machthaber auf dem Capitol-Hill kümmern sich bekanntlich so wenig um das Völkerrecht, wie sie den internationalen Strafgerichtshof dem Haag anerkennen, vor welchem Kriegsverbrecher für Gräueltaten, wie beispielsweise Julian Assanges Plattform Wikileaks sie enthüllte, gestellt werden.

»Den Gegener durch Gefangennahme des Anführers unschädlich machen« (XVIII. Strategem)

Im Gegenteil schikanieren unsere transatlantischen Partner deren Chefanklägerin Richterin Fatou Bensouda und kündigten an, deren Vermögen einzufrieren. All dies dürfte uns nicht verwundern, schließlich legitimierte sich das US-Imperium 2002 sich im "American Servicemembers' Protection Act" – einer weiteren bösen Fratze des kurz davor ausgerufenen » weltweiten Krieges gegen den Terror« – , künftig US-Bürger und Alliierte mit Gewalt vor dem Zugriff des Internationalen Gerichtshofs zu schützen.

Ist es wirklich so verwunderlich, wie das seit über 150 Jahren pausenlos und nun auch im Inland Krieg führende Imperium von den Regierenden des viertgrößten Waffenexporteurs der Welt mit »C« im Wappen weiter hofiert und als »Freunde« bezeichnet werden? – Träumt man im Kanzleramt noch immer vom »Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten«? – Oder ist es umgekehrt: Sind wir es die träumen?

»Mit leichter Hand das Schaf wegführen« (XII. Strategem)

Wo bleibt der friedliebende, menschenfreundliche, sozial fürsorgliche Staat, wenn die Heimatschutz-Polizei mit deutscher Gründlichkeit mit Hubschraubern über seinen Bürgern kreisend die Einhaltung der Maskentragepflicht an der frischen Hamburger Luft überwacht oder querfeldein Jugendliche in hollywoodreifen Verfolgungsjagden verfolgt? – Hat, es sei erlaubt zu fragen, es ihn vielleicht nie gegeben, jenen Staat, wie ihn wir uns vorstellten?

Wo – Hand auf‘s Herz – ist die Grenze? – Woran, ganz konkret, würden wir Staatsgewalt als Unrecht erkennen? – Etwa dann, wenn die ersten "HAST" Geschosse durch europäische Innenstädte fliegen, frisch gekaufte Polizeipanzerfahrzeuge über den »Goetheplatz« und durch die »Schillerstraße« donnern? – Früher? – Wie sähe dieses »Früher« aus? – Wie sähe die Grenze aus zwischen legitimer Staatsgewalt und illegalem Staatsterror? – Würden wir sie erkennen? – Woran würden wir sie erkennen?

. . .

Einige von Norbert Härings Warnungen haben sich bereits bewahrheitet. Einige scheinen noch unerhört. Falsch gelegen ist er mit seiner Kritik meines Wissens noch nie. – Seine Stimme verdient Gehör.

Vielleicht sollten wir dabei in Gedanken zurückkehren und unseren Blick aus der Vergangenheit ein zweites Mal auf unsere Gegenwart richten, das Risiko wagend, erkennen zu müssen, dass diese Grenze keine scharfe Linie ist sondern eine Grauzone, die wir bereits betreten haben, ohne es zu merken.

 

»Ein Feuer für den Raub ausnutzen« (V. Strategem)

Ein Blick auf die illustre Runde der Initiatoren der »REALID« bzw. der »ID2020« läßt aufhorchen. Nebst vernetzten Playern der supranationalen Lobbyorganisation »Club of top 1000 Billionaires« (auch bekannt unter dem Namen WEF) findet sich die US-amerikanische Regierungsorganisation »Heimatschutzbehörde«.             

Ihrem Erscheinungsbild nach ließe sich die »Homeland Security« allerdings weniger als Polizeikraft (»Mein Freund und Helfer«) denn als paramilitärische Truppe ("Guys for the rough work") bezeichnen: Auch im Impfkrieg ist sie im Homeland unseres Impfpapstes Bill bereits pressewirksam mit von der Partie.

2012 erhielt die Homeland Security für die folgenden fünf Jahre 450000000 Schuss (ausgeschrieben: nahezu eine halbe Milliarde Schuss) Hochleistungsgeschosse (HST) des Kalibers .40, welche durch die Hohlspitze des Geschosses Barrieren durchdringt und sich ausdehnt, um im Ziel eine optimale Wirkung zu erzielen ("optimum penetration for terminal performance").

Als Militärdienstverweigerer und Waffenlaie erkenne ich da keinen Unterschied zu den völkerrechtlich geächteten Dum-Dum-Geschossen, aber die Machthaber auf dem Capitol-Hill kümmern sich bekanntlich so wenig um das Völkerrecht, wie sie den internationalen Strafgerichtshof dem Haag anerkennen, vor welchem Kriegsverbrecher für Gräueltaten, wie beispielsweise Julian Assanges Plattform Wikileaks sie enthüllte, gestellt werden.

»Den Gegener durch Gefangennahme des Anführers unschädlich machen« (XVIII. Strategem)

Im Gegenteil schikanieren unsere transatlantischen Partner deren Chefanklägerin Richterin Fatou Bensouda und kündigten an, deren Vermögen einzufrieren. All dies dürfte uns nicht verwundern, schließlich legitimierte sich das US-Imperium 2002 sich im "American Servicemembers' Protection Act" – einer weiteren bösen Fratze des kurz davor ausgerufenen » weltweiten Krieges gegen den Terror« – , künftig US-Bürger und Alliierte mit Gewalt vor dem Zugriff des Internationalen Gerichtshofs zu schützen.

Ist es wirklich so verwunderlich, wie das seit über 150 Jahren pausenlos und nun auch im Inland Krieg führende Imperium von den Regierenden des viertgrößten Waffenexporteurs der Welt mit »C« im Wappen weiter hofiert und als »Freunde« bezeichnet werden? – Träumt man im Kanzleramt noch immer vom »Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten«? – Oder ist es umgekehrt: Sind wir es die träumen?

»Mit leichter Hand das Schaf wegführen« (XII. Strategem)

Wo bleibt der friedliebende, menschenfreundliche, sozial fürsorgliche Staat, wenn die Heimatschutz-Polizei mit deutscher Gründlichkeit mit Hubschraubern über seinen Bürgern kreisend die Einhaltung der Maskentragepflicht an der frischen Hamburger Luft überwacht oder querfeldein Jugendliche in hollywoodreifen Verfolgungsjagden verfolgt? – Hat, es sei erlaubt zu fragen, es ihn vielleicht nie gegeben, jenen Staat, wie ihn wir uns vorstellten?

Wo – Hand auf‘s Herz – ist die Grenze? – Woran, ganz konkret, würden wir Staatsgewalt als Unrecht erkennen? – Etwa dann, wenn die ersten "HAST" Geschosse durch europäische Innenstädte fliegen, frisch gekaufte Polizeipanzerfahrzeuge über den »Goetheplatz« und durch die »Schillerstraße« donnern? – Früher? – Wie sähe dieses »Früher« aus? – Wie sähe die Grenze aus zwischen legitimer Staatsgewalt und illegalem Staatsterror? – Würden wir sie erkennen? – Woran würden wir sie erkennen?

. . .

Einige von Norbert Härings Warnungen haben sich bereits bewahrheitet. Einige scheinen noch unerhört. Falsch gelegen ist er mit seiner Kritik meines Wissens noch nie. – Seine Stimme verdient Gehör.

Vielleicht sollten wir dabei in Gedanken zurückkehren und unseren Blick aus der Vergangenheit ein zweites Mal auf unsere Gegenwart richten, das Risiko wagend, erkennen zu müssen, dass diese Grenze keine scharfe Linie ist sondern eine Grauzone, die wir bereits betreten haben, ohne es zu merken.

Norbert Häring | 29.1.2021 | Geld und Mehr

ID2020, Known-Traveller und Kontaktverfolgung durch Google und Apple: US-Konzerne werden zur Weltpassbehörde

Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass die digitalen Technologiekonzerne der USA virtuelle Passbehörde der Welt werden, die bestimmt, wer sich in welchem Radius bewegen darf. Sogar die physischen Kontakte jedes Trägers eines Android oder Apple-Smartphones sollen künftig erfasst und von den USA aus auswertbar sein.

Beim Davoser Milliardärsstelldichein 2018 hat das Weltwirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit der US Homeland Security das Pilotprojekt „The Known Traveller Digital Identity“ vorgestellt, mit dem letzlich alle international reisenden Weltbürger genötigt werden können, Daten über sich zu sammeln und diese bei Grenzübertritten „freiwillig“ herauszugeben. Wenn das einmal etabliert ist, solle es auf alle möglichen weiteren Anwendungsgebiete ausgedehnt werden.

Dieses Projekt ist Teil eines umfassenderen Überwachungsprojekts, das die Hauptakteure parallel dazu, und schon etwas länger, vorantreiben. Unter dem Namen ID2020 wollen die US-Konzerne, die die digitale Welt dominieren, die nationalen Regierungen als Instanz zur Ausgabe von Identitätsbescheinigungen weitgehend ablösen. „Globale Weltbürgerschaft“ heißt das im Titel des Aufsatzes einer leitenden Weltbank-Managerin. Identität ist dabei aber weit über ein übliches Ausweisdokument hinausgehend zu verstehen, als alles was es an Interessantem über eine Person, ihre Aktivitäten und ihre Vorlieben zu wissen gibt.

Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist, dass die Nutzer sich grundsätzlich biometrisch, also mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Stimmerkennung bei ihrem Smartphone oder Computer anmelden, damit sie verlässlich ihrem Gerät und der damit ausgeführten Aktivität zugeordnet werden können.

Und nun kommt auch noch eine Kooperation von Google und Apple dazu, die unter dem Vorwand der Pandemie-Bekämpfung Mobiltelefone mit den beiden alles dominierenden Betriebssystemen Android und iOS mit der Fähigkeit ausstatten wollen, per Bluetooth-Technologie aufzuzeichnen, welche Personen sich in enger räumlicher Nähe zueinander befunden haben, und zwar über beide Betriebssysteme hinweg.

Dezentrale Speicherung und Nutzerautonomie zur Tarnung

Alle drei Projekte versuchen die politischen Entscheider und die Öffentlichkeit mit gut klingenden Orwell-Phrasen wie „Good Digital ID“, „self-sovereign identity“, oder „privacy-protecting, portable and user-centric digital identity“ (Privatsphäre-schützende, transportable und nutzerzentrierte Identität), oder Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) zu blenden, und ihnen vorzumachen, es ginge hier nicht um die Perfektionierung der Überwachung, sondern im Gegenteil um den Schutz der Privatsphäre.

Über die Horrorvision des Known-Traveller-Projekts habe ich schon zwei Mal geschrieben, einmal 2018 (siehe oben) und dann noch einmal vor Kurzem, als die US-Beratungsgesellschaft Accenture im Auftrag des Weltwirtschaftsforums, einen Bericht mit technischen Spezifikationen des Programms veröffentlichte. Accenture ist Nachfolgerin der im Enron-Skandal untergegangenen Anderson-Consulting, mit steuerbedingtem Sitz in Irland.

Das Weltwirtschaftsforum, die Lobby der weltgrößten multinationalen Konzerne, fühlt sich berufen und arbeitet eifrig daran, in Sachen Global Governance (Weltregierung) die UN zu überflügeln, beziehungsweise durch Instrumentalisierung der vom Geld der Konzerne zunehmend abhängigen Weltorganisation zu herrschen.

Wenden wir uns also ausführlicher ID2020 zu.

Berichte in den Massenmedien dazu findet man so gut wie nicht. Im Internet kursieren unter den wenigen kritischen Einlassungen vor allem reißerische Warnungen, jedem Weltbürger solle im Zuge von Impfungen ein Chip eingepflanzt werden. Dafür habe ich keine Indizien gefunden. Es gibt geschmeidigere Wege zum gleichen Ziel.

Allerdings haben Forscher in den USA mit finanzieller Unterstützung der Gates-Stiftung vor kurzem eine Art Bio-Chip namens Quantenpunkt-Tattoos entwickelt. Dabei wird mit zuckerbasierten, selbstauflösende Mikronadeln ein Impfstoff und gleichzeitg fluoreszierende „Quantenpunkte“ auf Kupferbasis injiziert, die in biokompatible Kapseln im Mikrometermaßstab eingebettet sind. Nachdem sich die Mikronadeln unter der Haut aufgelöst haben, hinterlassen sie die eingekapselten Quantenpunkte, deren Muster von speziell ausgerüsteten Smartphones gelesen werden können, um den verabreichten Impfstoff zu identifizieren. Die Forscher arbeiten daran, die codierbare Informationsmenge zu erhöhen (Studie). Noch wird dieses zwar praktische aber auch ziemlich gruselige Verfahren nicht angewendet.

ID2020 verfolgt einen anderen Weg. Auf dem ID2020-Gipfel 2017 bei den Vereinten Nationen haben Accenture und Microsoft einen ersten Prototypen einer digitalen Ausweislösung vorgestellt, die biometrische Identifikation mit einer dezentralen Speicherung von Identitätsdaten verknüpft. Dieser Prototyp basierte auf einer Blockchain-Lösung von Accenture und lief auf der Cloud-Plattform Azure von Microsoft.

Es handelte sich um eine Weiterentwicklung des Systems zur Erfassung der Identitäten von Flüchtlingen, das Accenture für den Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge entwickelt hat. Damit wurden bereits Millionen Flüchtlinge biometrisch, also mit Merkmalen wie Fingerabdrücken und Iris-Scans, erfasst und gespeichert.

In den Entwicklungsländern setzt ID2020 vor allem darauf, im Rahmen von Impfprogrammen die Kinder biometrisch zu erfassen. Mit Neugeborenen hat man damit noch Schwierigkeiten, aber bei etwas älteren Kindern funktioniert das mit Fingerabdrücken und Iris-Scans schon gut.

Impfprogramme als Hebel

Im September 2019 hat ID2020 zusammen mit der von der Gates Stiftung maßgeblich finanzierten Impfallianz Gavi eine Kooperation mit der Regierung von Bangladesch verkündet. Im Rahmen dieser Kooperation soll „Impfung als Gelegenheit und Hebel genutzt werden, digitale Identitäten zu etablieren“ („to leverage immunization as an opportunity to establish digital identity“).

Das System, das Microsoft und Accenture im Rahmen von ID2020 entwickeln, soll geeignet sein, nicht nur ein paar Millionen Flüchtlinge, sondern Milliarden Erdenbürger zu erfassen und den Zugriff auf deren Daten zu verwalten. Dabei sollen die Identitätsnachweise der Individuen diejenigen ergänzen und auch ersetzen können, die von den Regierungen der Heimatländer ausgestellt werden.

In der Blockchain sollen nur die Zugangsdaten zu den ID-Informationen gespeichert werden, die in anderen Datenbanken gespeichert sind, nicht die Daten selbst. Die Speicherung von Zugangsdaten in einer Blockchain soll sicherstellen, dass keine Regierung den Zugang auf Identitätsnachweise blockieren kann. Allerdings heißt es im 2020 veröffentlichten White Paper zum eng verwandten Known Traveller Projekt von Accenture, dass Aussteller von Identitätsnachweisen (Regierungen, Banken, Arbeitgeber, Vermieter) diese unabhängig vom Inhaber dieser Nachweise nachträglich für ungültig erklären können sollen.

Als Identitätsdaten gilt dabei alles, was jemand unter verifizierter Identität tut oder erleidet, also zum Beispiel auch alle Bankinformationen, Gesundheitsdaten und alles, was man über ein biometrisch mit dem Halter verknüpftes Smartphone tut.

Für das Jahr 2020 hat Accenture einen Prototypen angekündigt, der in der Breite getestet werden kann. Spätestens 2030 soll das neue System dann einen digitalen Identitätsnachweis für jeden Menschen bereitstellen.

Reales Machtgefälle wird angestrengt ignoriert

Was man von dem Autonomieversprechen halten darf, die Menschen könnten jedes Mal autonom entscheiden, ob und wem sie welche Daten für wie lange geben, macht das Known-Traveller-Projekt überdeutlich. Wenn man die Grenzer dazu bringen will, einen hineinzulassen, muss man eben alle Daten freigeben, die sie haben wollen. Dieses Machtgefälle gibt es regelmäßig, wenn ein Individuum etwas von einer Behörde oder auch einer größeren privatwirtschaftlichen Organisation will. Wer kann schon mit Amazon oder Paypal über die Geschäftsbedingungen verhandeln.

Von Anfang an wurde von denen, die Self-Sovereign Identity als Gegenmittel gegen die zunehmende Macht der Konzerne und Regierungen über unsere Daten propagiert haben, das Machtgefälle ignoriert und verschwiegen, das Datenautonomie durch vermeintlich freiwillige Freigabe zu einer Farce macht und in ihr Gegenteil verkehrt. Ich gehe hier von bewusster Täuschung aus. Das ahnt man schon bei dem grundlegenden Text „The Path to Self-Sovereign Identity“ von Christopher Allen aus dem Jahr 2016, der als Erfinder des Begriffs Self-Sovereign Identity gilt. Allen preist die dezentrale Speicherung und Verknüpfung von Daten unter diesem Konzept als Beitrag zur Entmachtung von Microsoft an. In diesem Text erfährt man aber, dass er bald zu einem ID2020-Gipfel aufbrechen werde, um dort zu sprechen. Microsoft ist einer der Haupttreiber von ID2020, das sich die Self-Sovereign Identity mit Begeisterung zu eigen gemacht hat.

Nicht dass Allen das nicht hätte ahnen können. In seinem Text von 2016 beklagt er, dass all die ebenso gut klingenden Vorläuferprojekte zur Autonomiewahrung, aus denen sich Self-Soverign-Identity entwickelt hat, von mächtigen Institutionen gekapert und ins Gegenteil verkehrt worden seien.

Deutschland vorne mit dabei

Ein deutsches Konsortium unter Beteiligung der US-Unternehmensberatung Boston Consulting Group und einer Lufthansa-Tochter hat ganz im Sinne von ID2020 mit dem Aufbau eines digitalen Seuchenpasses begonnen, der genutzt werden soll, damit man Zutritt zu seinem Arbeitsplatz, einer Großveranstaltung oder dem Flugzeug bekommt. Die Informationen über Tests sollen über eine Blockchain zugänglich gemacht und über einen Identitätsprovider pseudonymisiert und DSGVO-konform in einer Cloud, also auf Servern von Amazon, Microsoft und Co. gespeichert werden. Nur der Inhaber des Zertifikats soll den Blockchain-Schlüssel auf dem Smartphone haben, mit dem man auf die Daten zugreifen kann.

Basis soll hier das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Lissi-Forschungsprojekt sein, bei dem die Bundesdruckerei federführend ist. Lissi steht für “Let’s initiate self-sovereign identity”. Also genau die Phrasologie von Microsoft, Accenture und dem Weltwirtschaftsforum. Es wird auch wie bei ID2020 und KTDI mit den Open-Source Frameworks Hyperledger Aries und Hyperledger Indy gearbeitet.

Klingt alles irgendwie nicht danach, dass es um Forschung geht, sondern nur darum, das von Accenture und Microsoft fertig angelieferte Konzept in konkreten Anwendungsfeldern umzusetzen.

Entmachtung der Regierungen

Für Menschen, die vor Nachstellungen ihrer Regierung geflohen sind, kann man noch gut nachvollziehen, dass Sie einen Identitätsnachweis bekommen sollen, der von ihrer Regierung unabhängig ist. Noch mehr kann man US-seitig diesen Wunsch verstehen, wenn es sich um eine Regierung wie die syrische handelt, mit der man einen unerklärten Krieg führt. Aber durch ID2020 soll es zur Norm werden, das Identität teilweise oder ganz von den nationalen Regierungen unabhängig wird. Dadurch werden die „Weltbürger“ teilweise von den Regierungen emanzipiert, außer von einer, der US-Regierung.

Von dieser Regierung, die den Standpunkt vertritt und auch durchsetzt, sie könne Gesetze erlassen, an die sich weltweit alle zu halten haben, werden sie maximal abhängig. Denn ihre Daten liegen dann in aller Regel auf Servern von US-Unternehmen, insbesondere den beiden führenden Cloud-Diensten von Amazon und Microsoft. Die technischen Standards wurden von diesen und anderen US-Unternehmen bestimmt, und die zentral verwalteten Zugänge zu diesen Identitätsdaten werden von diesen US-Unternehmen kontrolliert.

Maximale Sanktionsmacht für die US-Regierung

Nichts wird die US-Regierung davon abhalten können, Microsoft oder Amazon oder einem der US-Unternehmen, die die Blockchain-Architektur des Programms bestimmen, den Befehl zu geben, die Daten von Individuen oder Unternehmens auszulesen oder zu blockieren oder so zu manipulieren, dass die Betroffenen handlungsunfähig werden.

Selbst wenn sie es wollten, werden die Regierungen der Heimatländer den Betroffenen nicht helfen können. Sie stehen dann effektiv unter der hoheitlichen Gewalt der US-Regierung, ohne irgendwelche US-Bürgerrechte zu haben. Denn dass es die US-Regierung sein wird, die die Fäden in der Hand halten wird, darüber braucht man sich keine Illusionen zu machen.

Dies ID2020-Allianz ist eine fast rein US-amerikanische Angelegenheit. Das Startgeld kam von Microsoft und Accenture sowie der Rockefeller Stiftung. Nächste Zugänge waren Mercy Corps, Hyperledger und das UN International Computing Center, sowie die Gates-finanzierte Impfallianz Gavi.

Durch das CLOUD-Gesetz haben die US-Sicherheitsbehörden Zugriff auf Daten auf allen Servern von US-Unternehmen, unabhängig davon, wo diese stehen.

Die 11 Mitglieder des Führungsgremiums „Board“ und die Exekutivdirektorin kommen von oder hatten langjährige Beschäftigungsverhältnisse bei Gavi (zwei Mitglieder), Microsoft, Accenture, HP, Lehman Brothers, JP Morgan, UBS, OCC (Derivate-Clearing) und dem eng mit Google verbundenen Thinktank New America Foundation, ergänzt um eine kanadische Professorin und einen Haitianer mit UN-Hintergrund.

Aufteilung der Welt in Einflusssphären

China, Russland und ein paar andere Länder werden sich dem zwar widersetzen, sodass es zu einer Aufteilung der Hoheitsgewalt über die Weltbürger kommen wird. Europa jedoch macht fleißig mit, andere Industrieländer in der US-Einflusssphäre ebenfalls, und die von Finanzhilfen der Weltbank, des IWF und der Gates Stiftung abhängigen Entwicklungsländer sowieso.

Wenn das Bargeld einmal abgeschafft ist, wie es die in Washington ansässige Better Than Cash Allicance (US-Regierung, Gates Stiftung, Mastercard, Visa, Citi) ebenfalls unter Instrumentalisierung der UN betreibt ist die Überwachung und Kontrolle der Menschen und Unternehmen fast vollkommen, egal ob im Einflussbereich der USA oder in dem von China, das in dieser Hinsicht sogar schon weiter ist. Denn digitales Bezahlen ist eines der Hauptanwendungsgebiete der digitalen Identitäten und das Feld, über das deren Nutzung am effektivsten erzwungen werden kann.

Contact-Tracing durch Google und Apple

Vervollkommnet wird diese Überwachung und Kontrolle mit dem, was Apple und Google Mitte März angekündigt haben. Auf ihren konkurrierenden Betriebssystemen iOS und Android laufen weltweit fast alle Smartphones. Nun kooperieren sie, um zunächst ab Mai zu ermöglichen, dass sogenannte Contact-Tracing-Apps der Gesundheitsämter über beide Betriebssysteme hinweg funktionieren.

Dabei wird auf den, aus Gewohnheit immer noch Telefon genannten Überwachungsgeräten dezentral gespeichert, in der Nähe welcher anderen Überwachungsgeräte man in den letzten zwei Wochen gewesen ist. Dabei ist jedes Gerät durch eine immer wieder wechselnde Nummer identifiziert. Wenn einer dieser Kontakte innerhalb der zwei gespeicherten Wochen als infiziert markiert wird, bekommen alle, die in seiner Nähe waren, einen Hinweis, der ihnen mitteilt, dass sie mit einem Infizierten Kontakt hatten und sich testen lassen sollten.

In den Folgemonaten wollen Google und Apple diese Funktionalität in die Betriebssysteme einprogrammieren, was die Performance verbessern und den Energieverbrauch senken soll. Die beiden Unternehmen betonen, wie sehr sie dabei auf Datenschutz und Dezentralität achteten. Viele Datenschützer sind auch halbwegs überzeugt. Aber: „Jedes dezentralisierte System kann man in ein zentralisiertes verwandeln“, warnt Jaap-Henk Hoepman, Professor für Privacy by Design an der Uni Nijmegen. Dafür braucht nur eine Stelle, deren App die Schnittstelle zu dieser Funktionalität nutzen darf, zum Beispiel die Polizei, oder ein Geheimdienst, diese so programmieren, dass bei Kontakt mit einer Zielperson nicht die Kontaktperson, sondern eine zentrale Stelle eine Nachricht bekommt.

Was ist absehbarer, als dass diese Funktionalität, wenn sie einmal da ist, für so etwas genutzt wird, wenn der nächste Kinderschänder zu fangen oder der nächste große Terroranschlag zu verhindern ist. Auch die Versprechen, die Maut-Daten nicht für Überwachung zu nutzen, hielten nur genau so lange, bis man die Möglichkeit hatte, auf diesem Wege publikumswirksam einen lastwagenfahrenden Sexualmörder zu überführen. Es war noch nie anders.

Quellen von Journalisten, die geheimes Material veröffentlicht haben, lassen sich auf diesem Wege aufspüren. Hat man Google-Home, kann Google alle Besucher dieses Hauses identifizieren. Gibt es eine Datensauerei, die Digitalkonzerne wie Google und Facebook entgegen allen Versprechungen noch nicht heimlich begangenen haben, weil sie dachten, es würde nicht auffliegen?

Ross Anderson, Professor für Security Engineering an der Cambridge University, gehört zu denen, die den National Health Service in Großbritannien zu Datenschutzaspekten der dort geplanten Contact-Tracing-App beraten sollen..Er hält das Gerede von Datenschutz und Anonymität für Augenwischerei, weil das Contact-Tracing damit gar nicht funktionieren würde, unter anderem weil Trolle ein derartiges anonymes System sofort sabotieren könnten und würden, und sei es nur, dass klein Timmy sich als infiziert erklärt, um die halbe Schule in die Ferien zu schicken, oder dass ein Perforamencekünstler einem Hund das Telefon eines Infizierten umbindet und es dann durch den Park rennen lässt.

Contact-Tracing-Apps, die als erfolgreich gelten, sind ziemlich übergriffig in die Privatsphäre. Auswertungen, dass das automatische Contact-Tracing bei der Pandemie-Bekämpfung tatsächlich entscheidend hilft, gibt es nicht. Man muss sich ja vor Augen halten, dass das automatische Tracing sehr viel fehleranfälliger ist, als das manuelle, bei dem Infizierte nach ihren Kontakten gefragt und diese dann von echten Menschen kontaktiert werden.

Bluetooth geht auch durch die Wand, Viren nicht. Menschen, die längere Zeit in einer ordentlich Abstand haltenden Schlange vor oder hinter jemand Infiziertem standen, wird die App als möglicherweise infiziert warnen. Die Warnmeldungen würden wohl so zahlreich werden, dass die Menschen sie irgendwann einfach ignorieren. Alles was man sich ausdenken kann, um manuelle Korrekturen durch die Nutzer zu ermöglichen, geht auf Kosten von Datenschutz und Anonymität.

Auch zwei ausführliche Datenschutzfolgeabschätzungen zum vermeintlich Privatsphäre-bewahrenden Corona-Contact Tracing vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF) und von Serge Vaudenay von der École polytechnique fédérale de Lausanne, listen viele und schwerwiegende Möglichkeiten auf, wie die Anonymität von staatlicher Seite oder von Unternehmen aufgehoben werden kann, und wie die Betreiber und andere an die erfassten Daten kommen können.

Wir müssen Bullshit beim Namen nennen, wenn wir ihn sehen und dürfen politische Entscheider nicht in der Illusion lassen, mit technischer Magie könnten sie den harten Entscheidungen entgehen.

Wenn etwa der Zugang zu Betrieben oder die Aufhebung von Bewegungseinschränkungen für einzelne davon abhängig gemacht wird, dass man sein Smartphone vorzeigt und damit nachweist, dass man die App regelmäßig nutzt, und sie keine Gefahr anzeigt, dann ist es mit Freiwilligkeit und Anonymität zu Ende.

Die Bluetooth-Protokolle der Anbieter sind außerdem notorisch für ihre vielen Sicherheitslücken, was sehr relevant wird, wenn alle genötigt werden, mit eingeschalteter Blootooth-Funktion herumzulaufen, oder das freiwillig tun.

Trotz all dieser bekannten und teilweise sehr offensichtlichen Funktionsmängel und Gefahren wird überall so getan, als wäre automatisches Contact-Tracing unbedingt notwendig, damit man einen Shutdown und Kontaktsperren allmählich aufheben kann. Das ist verdächtig, insbesondere weil es bei vielem Anderen, über dessen Wichtigkeit und Nützlichkeit Einigkeit herrscht, wie vermehrtes Testen und systematische Zufallstests zur Feststellung der Verbreitung von Covid-19, sehr viel zögerlicher vorangeht. Andersons Fazit lautet denn auch: „Wir müssen Bullshit beim Namen nennen, wenn wir ihn sehen und dürfen politische Entscheider nicht in der Illusion lassen, mit technischer Magie könnten sie den harten Entscheidungen entgehen.“

Nachtrag (19. 04.): Jaap-Henk Hoepman hat einen langen Folgebeitrag zur GoogleApple-Plattform für das Contact-Tracing (GACT) geschrieben, der näher erläutert, wie damit eine (schlafende) aber jederzeit nutzbare weltweite Überwachungsinfrastruktur neuer Qualität geschaffen wird. Unter anderem schreibt er:

Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet jedoch, schafft das einen enormen Hebel für die GACT-Plattform, weil diese damit praktisch zur einzigen Möglichkeit wird, Contact-Tracing per Smartphone zu betreiben. Mit diesem Schritt machen sich Apple und Google unverzichtbar. Sie stellen sicher, dass diese im wesentlichen globale Überwachungstechnologie uns aufgezwungen wird. Und als Folge werden sämtliche Mikrodaten in Zusammenhang mit einem Contact-Tracing-System auf Smartphones gespeichert, die sie kontrollieren. All das bedeutet, wir müssen Apple und Google in sehr hohem Maße vertrauen, dass sie die Nutzung der GACT-Schnittstelle durch andere sehr genau beaufsichtigen und dass sie GACT nicht selbst missbrauchen. Sie haben nicht unbedingt die makellose Historie, die solches Vertrauen rechtfertigen würde.

Vollständiger Beitrag:

https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/bundestag-buergernummer/

Quellenangaben

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